Persönliche Assistenz und Corona: Was sollten Assistenznehmende beachten?

Die wichtigste Nachricht: Du hast trotz Corona Krise weiterhin ein Recht auf persönliche Assistenz. Es gibt jedoch einige Dinge, die du in der Assistenz beachten und gegebenenfalls ändern solltest. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst!   

1. Besprich mit deinem Team die Hygienemaßnahmen!

Achte darauf, dass deine Teammitglieder mit den Corona Hygienemaßnahmen vertraut sind und diese auch einhalten. Die wichtigsten Maßnahmen umfassen:

Hände waschen

Aktuell müssen wir uns die Hände oft und gründlich waschen. Dafür reicht auch normale Seife. Damit wirklich alle Viren abgetötet werden, muss die Waschdauer mindestens 20 Sekunden betragen.

Richtig niesen

Wer niesen oder husten muss, sollte sich nicht die Hand vorhalten, sondern in die Armbeuge oder in ein Taschentuch husten oder niesen. Hier findest du ein Video zum Thema "Richtig niesen".

Nicht ins Gesicht fassen

Damit die Viren nicht in den Körper gelangen, soll man sich wenn möglich nicht ins Gesicht fassen. Besonders wenn man in der Öffentlichkeit ist und sich nicht die Hände waschen kann, ist das wichtig.

Wenn du zu der sogenannten „Risikogruppe“ gehörst, kannst du auch mit dem Arzt oder deiner Ärztin reden, ob weitere Maßnahmen sinnvoll oder notwendig sind. In den allermeisten Fällen wirst du aber weder Gesichtsmaske noch Handschuhe brauchen, solange dein Assistenzteam genau auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen achtet.

Zu der Risikogruppe gehören:

  • ältere Personen
  • Raucherinnen und Raucher
  • Menschen mit Herzerkrankungen
  • Menschen mit Lungenerkrankungen
  • Menschen mit Lebererkrankungen
  • Menschen mit Diabetes
  • Menschen mit Krebserkrankungen
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem

Betreffend der Übertragung von Corona Viren über Gegenstände, gibt es aktuell leider noch keine gesicherten Daten. Aber auch hier gilt: Wenn dein Team sich genau an die Hygienemaßnahmen hält, wird das Ansteckungsrisiko deutlich reduziert.

2. Beachte die Ausgangssperren und bereite dein Team vor.

Aktuell gibt es in Österreich bereits Ausgangsbeschränkungen. Diese unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und teils auch von Gemeinde zu Gemeinde und ändern sich sehr schnell. Versuche betreffend der gesetzlichen Änderungen in deiner Region auf dem Laufenden zu bleiben!

Generell gibt es in Österreich aktuell nur drei Gründe, die Menschen erlauben, das eigene Zuhause zu verlassen.

  1. Berufliche Pflichten
  2. Notwendige Einkäufe
  3. Hilfe für andere Menschen

Abgesehen von diesen drei Gründen sind an vielen Orten auch kurze Spaziergänge mit Menschen, mit denen du zusammenwohnst, erlaubt. Die persönliche Assistenz ist sowohl eine unaufschiebbare berufliche Pflicht, als auch Hilfe anderer Menschen. Deine Assistenten und Assistentinnen brauchen also nicht beunruhigt sein oder eine Strafe fürchten.

Auch wenn es aktuell noch nicht überall Kontrollen gibt, macht es Sinn vorbereitet zu sein. Deswegen sollte dein Assistenzteam immer eine „Bestätigung zur Ausgangsnotwendigkeit“ bereithalten.

Bestätigung zur Ausgangsnotwendigkeit

Wichtig: Bitte beachte, dass die Bestätigung von Assistenznehmer oder Assistenznehmerin und von Assistent oder Assistentin unterschrieben werden muss.

Deine Teammitglieder sollten dieses Dokument und einen Ausweis (Führerschein, Personalausweis oder Reisepass), sowie mindestens zwei Kopien der Bestätigung mit sich führen. Bei einer Kontrolle behält sich der Beamte eine Kopie dieser Bestätigung. Mehr Informationen zur Bestätigung zur Ausgangsnotwendigkeit findest du in unserem Beitrag zum Thema “Darf ich meine Wohnung verlassen, um einem Menschen zu helfen?“.

3. Versuche deine Assistenzzeiten zurückzuschrauben.

Wie bereits erwähnt, hast du weiterhin Anspruch auf persönliche Assistenz. Um das Ansteckungsrisiko für dich und dein Team zu verringern, kann es aber Sinn machen, auch die persönliche Assistenz auf das, was wirklich notwendig ist, zu reduzieren. Aufgrund der geltenden Ausgangssperren wird Freizeitassistenz zum Beispiel ohnehin nur schwer umsetzbar sein. Entsprechende, bereits ausgemachte Termine, kannst du folglich streichen und das Ansteckungsrisiko für dich und dein Team so reduzieren.

4. Denk darüber nach die Assistenzdienste zu verlängern.

Um das Ansteckungsrisiko für dich und dein Team zu verringern, kannst du zudem auch die Assistenzschichten verlängern. So kannst du zum Beispiel aus zwei Schichten mit zwei Personen an einem Tag eine lange Schicht für eine Person aus deinem Team machen.

5. Versuche Kontakte beim Dienstwechsel zu vermeiden.

Schichtwechsel! Wenn am Ende einer Assistenzschicht der nächste Assistent oder die nächste Assistentin kommt, kommt es häufig auch zu einem Treffen. Bitte dein Team sich so abzustimmen, dass man sich beim Schichtwechsel nicht begegnet. So könnte die Person aus der ersten Schicht zum Beispiel einfach fünf Minuten früher gehen. Oder die Person aus der zweiten Schicht fünf Minuten später kommen.

Sollte eine Begegnung nicht vermeidbar sein, heißt es: Hygienemaßnahmen beachten! Und mindestens einen Meter Abstand halten.

6. Mach deine Teambesprechungen online!

Sofern du deine Teambesprechungen noch nicht online machst, ist es jetzt an der Zeit genau das zu tun. Inzwischen gibt es viele kostenlose Programme, Apps und Tools, die Teambesprechungen ganz einfach und unkompliziert online ermöglichen. Dazu gehören unter anderem Skype, Google Hangouts oder Zoom.

Wenn du gerne dauerhaft in Kontakt mit deinem Team stehen willst, kannst du auch eine Nachrichten-App in Betracht ziehen. Whatsapp, Telegram und Signal sind kostenlos und machen Gruppenchats möglich. So könnt ihr immer im Austausch bleiben.

7. Registriere dich auf ava, um immer auf der sicheren Seite zu sein.

Wenn du und dein Assistenzteam auf ava sind, könnt ihr euch ganz einfach und unkompliziert abstimmen. Und: Bei ava können sich deine Teammitglieder auch als Springer eintragen. Sollte dein Assistent oder Assistentin also ausfallen, musst du nicht extra um Ersatz bemühen!

Da das Corona Virus Menschen mit Behinderung in eine schwierige Situation bringt, gibt es jetzt zudem die Möglichkeit, auf der Plattform freiwillige Hilfe zu finden. Solltest du also jemanden brauchen, der für dich Einkäufe oder Apothekengänge erledigt, registriere dich jetzt kostenlos bei ava!

Wenn du mehr Informationen suchst und erfahren willst, wie die genau die Funktion funktioniert, lies unseren Beitrag zum Thema “Freiwillige Hilfe auf ava“.

Bitte erzähle auch anderen Menschen von der Möglichkeit auf ava kostenlose Hilfe anzubieten, zu finden und zu suchen. Zusammen schaffen wir es alle gut durch diese schwierige Zeit!

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